02. a) Von Arbeit muss man leben können

Von Arbeit muss man leben können! Das gilt leider für immer weniger Menschen. Auch in Hessen arbeiten viele Menschen im Niedriglohnbereich und sind arm trotz Arbeit Der gesetzliche Mindestlohn ist zu niedrig und bietet keinen ausreichenden Schutz vor Erwerbsarmut. Viele Menschen können trotz Vollzeitstelle nicht mehr von ihrem Gehalt leben und sind gezwungen „aufzustocken“. Dieses „Aufstocken“, also die Subventionierung der Niedriglöhne, wird durch die Allgemeinheit finanziert. Zu den oft schlechten Löhnen kommen zunehmend unsichere, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, denn neue Jobs sind oft befristet oder werden in der Leiharbeit geschaffen. Gerade junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kennen das sogenannte Normalarbeitsverhältnis gar nicht mehr.

Die „Generation Praktikum“ ist gezwungen, unbezahlte Praktika zu absolvieren und in unsicheren Jobs ohne verlässliche Zukunftsperspektive zu arbeiten. Was Unternehmen gerne als „Flexibilisierung“ bezeichnen, bedeutet für viele Beschäftigte und ihre Familien ein Leben ohne jede Planungssicherheit.

Die Arbeitsmarktreformen der letzten Jahre, insbesondere Hartz I-IV, haben zur Vernichtung zigtausender sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze geführt, über Jahre hinweg für sinkende Reallöhne gesorgt und damit die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme gefährdet. Das darf nicht so bleiben. Scheinbar niedrige Erwerbslosenzahlen in Hessen können über diese Probleme nicht hinwegtäuschen. Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können und dürfen auch im Alter nicht in die Armut abrutschen.
 

DIE LINKE will:

 
 

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Kommentare   

Sascha Bahl
# Mindestlohn erhöhenSascha Bahl 2018-02-10 23:28
Es reicht nicht den Mindestlohn mit der Produktivitätsentwic klung zu koppeln. Denn dann würden wir ein Inflationsrate von 0% ansteuern. Es muss zusätzlich das Inflationsziel mit einberechnet werden um einen Impuls für zukünftige gesamtwirtschaftlich e Lohnsteigerungen zu geben. In Gewerkschaftskreisen ist dazu die "Goldene Lohnregel" verbreitet. Sie lautet: Produktivitätszielra te + Inflationsziel = Lohnsteigerung. Also 1,5% + 1,9% = 3,4% Lohnerhöhung im Jahr. Es ist klar, dass der Mindestlohn nur ein recht kleiner Hebel wäre um gesamtwirtschaftlich die Löhne verteilungsneutral zu erhöhen, aber es würde immerhin ein Bewusstsein geschaffen, dass Inflation und Produktivität in eine Lohnformel gehören. Zudem sind 12 Euro zu wenig und reichen nach 45 Beitragsjahren gerade mal um im Alter nicht Sozialhilfe beantragen zu müssen. Viele Menschen in Niedriglohnjobs arbeiten aber weniger als 45 Jahre. Daher sollte die Forderung auf mindestens 15 € angehoben werden. Denn eins ist klar: Sozialhilfe, die aufgrund unzureichender Löhne gezahlt wird, stellt eine Form der Subventionierung gerade solcher Unternehmen dar, die aufgrund ihrer Lohndrückerei durch die Gesellschaft nicht unterstützt werden dürfen, indem der Staat zuwenig gezahlte Löhne ausgleicht.
Sascha Bahl
# Bitte streichenSascha Bahl 2018-02-10 23:00
Wir haben gerade erlebt, dass die IG Metall mit ihrer Forderung noch einer verkürzten Wochenarbeitszeit mit vollem Lohnausgleich krachend gescheitert ist und so sogar ermöglicht hat, dass die Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden ausgeweitet werden kann. Die Arbeitslosigkeit und die Unterbeschäftigung, die auch dank der Agenda 2010 zu einer Zunahme an atypischen Beschäftigungsverhäl tnisse geführt hat, hat mit mit der Produktivitätsentwic klung jedoch nichts zu tun. Sie wird gerne als Argument für die Arbeitszeitverkürzun g herangezogen, weil angeblich mehr produziert werden kann, bei sinkender Beschäftigung. Übersehen wird dabei, dass die Produktivitätsentwic klung derzeit nicht über 0,9% hinauskommt. Auch das Arbeitsvolumen ändert sich nur in sehr geringem Umfang, nimmt jedoch auch nicht ab. Die kläglichen Steigerungen im Arbeitsvolumen und der Wirtschaftsentwicklu ng haben wir allein dem Export zu verdanken und daher der Nachfrage aus dem Ausland, die aus der Lohnstagnation in Deutschland resultieren. Wir haben also kein Problem zu geringer Beschäftigung aufgrund der Produktivitätsentwic klung, sondern ein Nachfrageproblem infolge der unzureichend steigenden Löhne. Eine Arbeitszeitverkürzun g kann diese Probleme nicht lösen, zumal es politisch, wie gewerkschaftlich kaum durchsetzbar sein wird, die Unternehmen dazu zu verpflichten weitere Beschäftigte einzustellen. Das kann nur über eine steigende Nachfrage aufgrund steigender Löhne geschehen. Im Gegenteil wäre eine Forderung nach Arbeitszeitverkürzun g sogar schädlich, da der Fokus der Gewerkschaften dann weniger auf steigende Lohnentwicklungen liegt als auf Lohnsteigerungen. Ich empfehle diesen Punkt zu streichen.
Stefan Häbich
# LeiharbeitStefan Häbich 2018-02-03 11:08
Das "Verbot" von Leiharbeit sollte man entfernen, da es Menschen gibt die diese System bevorzugen, die sich dann in ihre Freiheit reglementiert fühlen können. Es ist vielmehr wichtig das die Leiharbeitsenden Menschen mehr rechte erhalten und eine höhere Entlohnung erhalten, da sie einen größeren Lebensaufwand haben. Hier ist der Ansatz nach 10% mehr Lohn schon gut.
Kai Humburg
# Lohndumping verhindern – Mindestlohn erhöhenKai Humburg 2018-01-22 10:25
Den Mindestlohn nur an die Produktivitätsentwic klung zu stützen finde ich nicht gut. Mir wäre lieber die in der Mindestlohnkommision tätigen Ökonomen hätten mehr eine Stimme und würde eine eigene Kennzahl entwickeln die mehr als nur Produktivitätssteige rungen in sich hat z.B. noch an die Inflation (Warenkorb), Mietpreise, Lohndurchschnitt etc. knüpfen. Eine Kennzahl des BMWi zu nehmen finde ich zu einfach.
Roland Fuchs
# Nachhaltige Investitionen für zusätzliche ArbeitsplätzeRoland Fuchs 2018-01-16 21:42
Ich würde hier noch die Jugendhäuser und Freizeitangebote einbauen, Es sollten nicht nur Sportstätten saniert sondern auch andere Angebote der Freizeit saniert und gebaut werden.
Roland Fuchs
# LadenöffnungszeitenRoland Fuchs 2018-01-16 21:41
Ladenöffnungzeiten sind Mo bis Sa auch von 8 bis 20 Uhr völlig ausreichend, es ist unnötig eine überlange Abend oder Nachtöffnungszeit allgemein zu erlauben. Bei 12 h Öffnungszeit ist die Belastung der Mitarbeiter im Einzelhandel schon hoch genug, durch die Langen Öffnungszeiten neigen Unternehmen dazu vorallen abends und zu Stoßzeiten Werksverträge einzusetzen, dadurch kommen vereinzelt Arbeitszeiten für Regalverräumer in Nachtarbeit zustande, dies ist zu verhindern und nicht hin zu nehmen
Roland Fuchs
# LeiharbeitRoland Fuchs 2018-01-16 21:37
Der Einsatz der Leiharbeit muss beschränkt werden und einen unabdingbaren Sachgrund enthalten. Es muss verhindert werden das Leiharbeit als günstiger Ersatz zur Gewinnmaximierung der Unternehmen eingesetzt wird.
Die Überprüfung von Leiharbeitsfirmen muss stärker werden und im Zweifel keine Erlaubnis für eine Leiharbeitsfirma erteilt werden.

Ein Verbot dieser Verhältnisse ist und muss das Ziel bleiben in der Hauptsache

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