05. e) Wissenschaft und Hochschulen

Die hessischen Hochschulen sind an den Grenzen ihrer Kapazität angelangt. Der lang vorhersehbare Studierendenansturm und die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen haben zu einer massiven Verschlechterung der Studien-, Lehr- und Arbeitsbedingungen geführt. Überfüllte Hörsäle gehören zum Alltag, Seminare und Vorlesungen werden teilweise in anderen Räumlichkeiten wie Kirchen und in Kinosälen abgehalten.

Zudem herrscht Wohnungsnot unter den Studierenden. Zu Beginn jedes Semesters müssen Notunterkünfte für Studienanfängerinnen und –anfänger geschaffen werden, die zu Beginn ihres Studiums noch keinen Wohnplatz gefunden haben, weil es viel zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt. Für über 215.000 Studierende stehen lediglich 15.000 Wohnheimplätze zur Verfügung. Nicht einmal jede 14. Studierende erhält einen Wohnheimplatz.

Die schwarzgrüne Landesregierung hat es leider unterlassen, im Rahmen des Hessischen Hochschulpakts für eine ausreichende und verlässliche Grundfinanzierung der Hochschulen zu sorgen. Die viel gepriesene Autonomie an den Hochschulen ist unter diesen Bedingungen in weiten Teilen Makulatur.

Die Mangelverwaltung an den Hochschulen führt zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Die Beschäftigungsverhältnisse sind überwiegend befristet, Zukunftsängste und hohe Personalfluktuation sind die Folgen. Den Ankündigungen der schwarzgrünen Landesregierung, die prekäre Beschäftigung eindämmen zu wollen, sind leider keine Taten gefolgt. Zudem werden immer mehr Lehraufgaben von Lehrkräften für besondere Aufgaben übernommen, deren wissenschaftliche Aufgaben eine eigene Weiterqualifikation nicht vorsehen und zeitlich auch nicht ermöglichen.

Der neoliberale Umbau der Gesellschaft zeigt sich auch an den Hochschulen. Die zunehmende Ausrichtung auf Verwertbarkeit und Wirtschaftsinteressen, zunehmende prekäre Beschäftigung, der Abbau demokratischer Strukturen, Privatisierungstendenzen und der wachsende Einsatz von Drittmitteln prägen die Entwicklung der Hochschullandschaft. Kritische Wissenschaft und die Selbstverwaltung der Hochschulen werden immer mehr an den Rand gedrängt.

DIE LINKE steht für eine grundsätzlich andere Hochschulpolitik: Statt auf Eliteförderung und Wettbewerb setzen wir auf ein sozial gerechtes und durchlässiges Bildungssystem und demokratische Hochschulstrukturen.

DIE LINKE will:

 
 

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Kommentare   

Wiltrud Wagenbach
# Zeile 1711Wiltrud Wagenbach 2018-02-07 15:43
....Bildungsbarriere n abbauen. Abgebrochene Studiengänge müssen wieder als Wartesemester für andere Studiengänge anerkannt werden. Ein Wechsel der Studiengänge muss wieder möglich sein.....
Wiltrud Wagenbach
# Zeile 1641Wiltrud Wagenbach 2018-02-07 15:35
Hochschulen ist ein Überbegriff.
Es gibt verschiedene Hochschularten wie z. B. Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien usw.
Hier wird meiner Ansicht nach zu stark verallgemeinert.
Die Situation stellt sich in den einzelnen Hochschularten unterschiedlich da. Falls hier die Universitäten gemeint sind sollte man sie auch benennen.
Roland Fuchs
# Wissenschaft und HochschulenRoland Fuchs 2018-01-18 23:07
Mobilität muss auch dringstenst für Studenten und Schüler gefördert werden. Mehr Buslinien und mehr ÖPVN zu Stoßzeiten an Hochschulen und Universitäten sollten gefordert werden
Wagenbach-Tanrikulu
# Wissenschaft und HochschulenWagenbach-Tanrikulu 2018-01-11 19:14
Das Wort Universitäten sollte hier auch auftauchen.
Die Regeln für Studierende an Universitäten haben sich verschärft. Es findet eine gnadenlose Selektion auch während des Studiums statt. Ein echtes Studieren ist nicht mehr wirklich möglich. Da ich keine Studentin bin sondern nur Studenten kenne fehlen mir fundierte Informationen. Vielleicht kann hier noch einmal nachgearbeitet werden welche Forderungen Universitäten betreffend wir aufstellen könnten.

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