10. e) Gesunde Nahrungsmittel durch eine ressourcen- und klimaschonende Landwirtschaft

Landwirtschaft gehört zu den Schlüsselbereichen des sozial-ökologischen Umbaus. DIE LINKE setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume ein, welche regionale Wertschöpfung befördert, existenzsichernde Arbeitsplätze schafft, Klima und Ressourcen schützt und im Sinne einer gerechteren Welthandelsordnung agiert.

DIE LINKE will einen Richtungswechsel in der Agrarpolitik. Eine unsere Lebensgrundlagen zerstörende Landwirtschaft darf nicht weiter mit öffentlichen Geldern gefördert werden. Lebensmittel müssen sozialer und umweltschonender produziert und faire Erzeugerpreise garantiert werden. Dazu müssen die in den ländlichen Räumen für alle erbrachten ökologischen Leistungen, wie Grundwasserschutz, Schutz der biologischen Vielfalt und Klimaschutz von der Gemeinschaft honoriert werden.

Ob krebserregend oder nicht - Glyphosat hat in Muttermilch, Nahrungsmitteln, Trinkwasser oder im Boden nichts verloren. Der Einsatz von Totalherbiziden wie Glyphosat hat einen großen Anteil an der ökologischen Katastrophe des Insektensterbens. Mit jeder Pflanzenart, die auf dem Acker verschwindet, entziehen wir zehn Insektenarten die Nahrungsgrundlage.

Rund ein Viertel der klimaschädlichen Treibhausgase in Deutschland stammen aus Landwirtschaft und Ernährung. Die industrielle Fleischproduktion ist ein echter Klimakiller. Nur wenn weniger tierische Produkte hergestellt werden, können die Klimaziele erreicht werden. Rechnet man den konventionell erzeugten Lebensmitteln die Kosten für die Beseitigung der bei ihrer Herstellung entstehenden Umweltschäden zu (z.B. Klimakosten, Grundwasserschäden, Bodendegradation, Hochwasserschutz u.a.), sind ökologisch erzeugte Lebensmittel in der Gesamtbetrachtung heute schon billiger als konventionelle.

DIE LINKE will:

  • öffentliche Agrarsubventionen an konkrete Gegenleistungen binden und komplett transparent machen. Fördermittel müssen künftig nicht nur an ökologische sondern auch an soziale Kriterien, wie die Schaffung von Arbeitsplätzen gebunden werden;
  • den Ökolandbau in Hessen besser fördern und ausweiten sowie den Energieverbrauch und Treibhausgasausstoß der Landwirtschaft reduzieren. Bis 2025 streben wir einen Anteil des Ökolandbaus von 30 Prozent an.
  • Bauernhöfe statt Agrarfabriken! Die massive Ansiedlung agrarindustrieller Tierfabriken in Nordhessen unter Schwarz-Grün wollen wir beenden. Sie bedeutet eine Verdreifachung der Mastplätze und damit einen sprunghaften Anstieg von klimaschädlichen Treibhausgasen;
  • den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen in der Landwirtschaft verhindern;
  • die Nitratbelastung im Grundwasser verringern, indem übermäßige Düngung mit Gülle aus Massentierhaltung verhindert wird;
  • den Einsatz von Glyphosat und anderen Totalherbiziden verbieten;
  • die Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung regionaler Produkte konsequent fördern;
  • Schulessen aus regionalem Anbau;
  • kein Fleischexport in Länder der sogenannten Dritten Welt;
  • einen Vorrang für die Produktion von Lebensmitteln vor Biomasseerzeugung zur Energiegewinnung, Agrarohstoffe dürfen nur aus zertifiziertem nachhaltigem Anbau kommen;
  • ein Importmoratorium für nicht nachhaltig erzeugte Biomasse: Es darf zu keiner Anbaukonkurrenz zwischen Tank und Teller kommen – weder in Hessen noch anderswo;
  • die soziale Situation der Landwirte schützen, z.B. durch eine Verbesserung der Alterssicherung der Landwirtinnen und Landwirte und mittelfristig deren Einbindung in die gesetzliche Krankenversicherung. Das bäuerliche Eigentum soll gegen die Interessen der großen Agrarkonzerne geschützt werden.

 
 

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Kommentare   

Luca Steinbeck
# RechtschreibfehlerLuca Steinbeck 2018-01-27 15:07
"AGRARROHSTOFFE dürfen nur aus zertifiziertem nachhaltigem Anbau kommen;"

da dürfte im Originatlext ein "r" gefehlt haben

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